FMH Geschäftsbericht
Geschäftsbericht 2017

07

Berichte

Generalsekretariat

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Ausgeglichenes Budget und Professionalität

Emanuel Waeber

Stv. Generalsekretär der FMH

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Vernetzend zu Meilensteinen

Esther Kraft

Leiterin Abteilung Daten, Demographie und Qualität

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Gemeinsame Anliegen der Spitalärzte gezielt vertreten

Beatrix Meyer

Leiterin Abteilung Stationäre Versorgung und Tarife

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Tarifpartnerschaftliche Lösungen statt behördlich festgelegte Tarife

Patrick Müller

Leiter Abteilung Ambulante Versorgung und Tarife

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Public Health – interprofessionell zum Ziel

Barbara Weil

Leiterin Abteilung Public Health

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07

Berichte Generalsekretariat

7.1 Ausgeglichenes Budget und Professionalität

Emanuel Waeber

Stv. Generalsekretär der FMH

Die Tätigkeit des GS der FMH, das die Themen- und Supportabteilungen beinhaltet, fügt sich in den Rahmen der Finanzverwaltung und der Umsetzung von Massnahmen zur Budgetstabilisierung. 2017 konnte nicht nur ein finanzielles Gleichgewicht zwischen tatsächlichen Ausgaben und erwirtschafteten Einnahmen erzielt werden, sondern die Rechnung weist sogar ein positives Ergebnis aus. Mehrere im Jahresverlauf eingeleitete oder abgeschlossene strukturelle Massnahmen trugen erheblich dazu bei, dieses Ziel zu erreichen, namentlich das Projekt- und das verfeinerte Prozessmanagement, indem für sämtliche geschäftsrelevanten Prozesse sogenannte Steckbriefe erstellt wurden, und schliesslich auch das Risikomanagement. Hierzu wird die Abteilung Verwaltung und Finanzen das mit dem Risikomanagement verbundene IKS detailliert ausarbeiten.

Als strategisches Projekt ist die Information Governance von zentraler Bedeutung: Im Zentrum stehen der Umgang mit geschäftsrelevanten Informationen der FMH und ihrer Organe sowie deren ordnungskonformen und nachvollziehbaren elektronischen Aktenführung unter Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen. Um aufzuzeigen, welche Leistungen mit welchen Ressourcen erbracht werden können, arbeiten wir parallel dazu an der Informatikstrategie.

Infolge mehrerer personeller Abgänge – insbesondere durch Pensionierungen – in praktisch allen Supportbereichen, sind wir daran, strukturelle Änderungen umzusetzen, welche sich auch auf das Geschäftsjahr 2018 auswirken werden.

Das Zentrale Sekretariat hat die ihm zugeteilten Kompetenzzentren weiterentwickelt und professionalisiert. Mit dem Vertragsmanagement und Monitoring wird eine lückenlose zentrale Erfassung sichergestellt. Neben dem Tagungsmanagement für die Organe der FMH leistet das Zentrale Sekretariat auch Unterstützung für das GS der FMH bei der Organisation von nationalen und internationalen Tagungen. Im Sinne einer Vereinfachung und rascheren Abwicklung der Gremienmutationen übernimmt die Abteilung neu die Bewirtschaftung der gemeldeten Präsidenten- und Delegiertenwechsel unter direction-gremien@fmh.ch. Der Übersetzungsdienst hat sich mit der Schnittstellenoptimierung beschäftigt, um das Change Management im GS noch besser zu unterstützen.

In der Abteilung Rechtsdienst ist die Reglementrevision der Gutachterstelle der FMH angelaufen, in einer ersten Phase wurden Erfahrungen mit Patientenanwälten, Patientenorganisationen, Spitälern, Gutachtern und Haftpflichtversicherungen ausgetauscht. Ebenfalls wurde mit den Revisionsarbeiten für die dritte Auflage des Praxisleitfadens FMH/SAMW «Rechtliche Grundlagen im medizinischen Alltag» begonnen. Die Arbeit der Gutachterstelle wurde am Symposium der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen in Deutschland vorgestellt. Die Arbeiten zur Revision Bildungsplan/Bildungsverordnung der MPA laufen auf Hochtouren. Die Mitglieder nahmen sowohl die schriftliche wie auch die kostenpflichtige telefonische Rechtsberatung rege in Anspruch.

Im Jahre 2017 war die Kommunikation der FMH vor allem von TARCO, dem ärzteeigenen TARMED-Gesamtrevisionsprojekt, und dem bundesrätlichen Tarifeingriff in den ambulanten Tarif geprägt. Dazu fanden zwei Medienkonferenzen der FMH statt, welche ein grosses Medienecho auslösten. Im April 2017 erschien der Geschäftsbericht der FMH erstmals als dynamische Online- anstelle einer statischen Printversion mit interaktiven Diagrammen und Video-Interviews. Im Public-Affairs-Bereich erarbeitete die Abteilung Kommunikation in Absprache mit den Departementen Argumentarien und transportierte die Positionen der FMH in die Politikarena. Ganz im Sinne des Servicegedankens gestaltete die Kommunikationsabteilung ein neues, übersichtliches Poster mit den wichtigsten Dienstleistungen und Kontakten der FMH, womit der bisherige Dienstleistungskatalog abgelöst werden konnte. Zudem wurde das Willkommenspaket für Neumitglieder neu konzipiert und mit Gadgets aufgewertet.

Die wichtigsten Tätigkeiten der Abteilung ICT betrafen neben dem Support unserer Infrastruktur die Unterstützung unserer Abteilungen und Dienststellen bei der Realisierung ihrer Projekte. Zudem konnten grosse Fortschritte in den Bereichen Weiterentwicklung e-Logbuch, WBSA und Fortbildungsplattform erzielt werden.

Hinsichtlich der Strategie der FMH 2017–2020 setzt das GS weiterhin auf die Professionalisierung der Dienstleistungen mithilfe der erforderlichen Ressourcen, um den Erwartungen der Mitglieder angemessen gerecht zu werden. Im Rahmen der Kaderausbildung haben wir die Schwerpunkte auf Führung und Zusammenarbeit gelegt. Dabei konnten wir gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an unseren Werten wie Achtsamkeit und Vertrauen arbeiten.

7.2 Vernetzend zu Meilensteinen

Esther Kraft

Leiterin Abteilung Daten, Demographie und Qualität

Das Jahr 2017 war für die Abteilung DDQ geprägt von einem intensiven, konstruktiven und zielorientierten Austausch mit den Mitgliedern, Ärzten und Partnerorganisationen, welcher zu einigen Meilensteinen für die Ärzte und Patienten führte.

Für die SAQM und die 69 Ärzteorganisationen, welche die Qualitäts-Charta unterzeichnet haben, galt es den Enthusiasmus und die Motivation zu nutzen, um die Charta mit einer Qualitätsstrategie und einem Qualitätsbericht zu füllen. Die Abteilung DDQ unterstützte die Organisationen bei Bedarf im Rahmen des Quality Supports.

Lanciert wurde ein neuer Qualitätspreis der SAQM «Innovation Qualité». Dieser wird am 17. April 2018 in drei Kategorien verliehen. Aus 37 eingereichten Projekten werden praxiserprobte Qualitätsprojekte aus der Schweiz prämiert. Die Gründung der «Interessengemeinschaft Interprofessionelles Fortbildungsangebot Qualität», die aus der Initiative des Dialog Qualität SAQM heraus entstand, war ein weiterer zentraler Meilenstein und ein Zeichen für die Vernetzung unter den Partnerorganisationen im Gesundheitswesen. Die Datenerfassung im Rahmen des Pilotprojekts PCOR ist gestartet und das Forum medizinische Register wurde aktualisiert. Es umfasst aktuell 99 Register.

Im Teilgebiet Daten und Demographie stand das Jahr 2017 neben der jährlich publizierten FMH-Ärztestatistik wiederum voll und ganz im Zeichen der ersten Erhebung des BFS zu den Strukturdaten Arztpraxen und ambulante Zentren MAS, welche für statistische Zwecke durchgeführt worden ist. Die Kommunikation in dieser komplexen Situation gegenüber den Ärzteorganisationen, dem Bund und den Mitgliedern der FMH war und ist eine grosse und spannende Herausforderung. Die Abteilung setzt sich hier weiterhin für die Anliegen unserer Mitglieder und unserer Ärzteorganisationen ein, damit die weiteren Erhebungen gesetzeskonform, angemessen und zweckgebunden umgesetzt werden.

ReMed, das Unterstützungsnetzwerk für Ärztinnen und Ärzte, erlebte ein erfolgreiches Jahr. Die Dienstleistungen von ReMed werden intensiv genutzt und die Evaluation des Programms ReMed konnte – visualisiert auf der optimierten Webseite – erfolgreich abgeschlossen werden.

 

7.3 Engagement für eine möglichst sachgerechte Vergütung

Beatrix Meyer

Leiterin Abteilung Stationäre Versorgung und Tarife

Neue Wege der Finanzierung im Gesundheitswesen: Das war das Thema der von der Abteilung Stationäre Versorgung und Tarife organisierten Tagung von 2017. Zusammen mit namhaften Referenten diskutierten Vertreter der ärztlichen Organisationen verschiedene Lösungsansätze. Es braucht Veränderungen – das war der Konsens. Dass die Ärztinnen und Ärzte sich neue Finanzierungsmodelle wünschen, zeigte auch die repräsentative Begleitstudie im Auftrag der FMH. Die Ärztinnen und Ärzte befürworten eine einheitliche Finanzierung im ambulanten und stationären Sektor. Dadurch könnten Fehlanreize reduziert werden.

Auch durch die stetige Weiterentwicklung der Tarifstrukturen können Fehlanreize verringert werden. Deshalb engagiert sich die Abteilung in den verschiedenen Gremien der SwissDRG AG für möglichst sachgerechte Tarifstrukturen in der stationären Akutsomatik (SwissDRG), Psychiatrie (TARPSY) und Rehabilitation (ST Reha). Zudem unterstützte sie die Fachgesellschaften beim Antragsverfahren zur Weiterentwicklung der Tarifstrukturen sowie der Prozedurenklassifikation CHOP. Dieses gemeinsame Engagement der Fachgesellschaften und der Abteilung lohnt sich, zumal die CHOP zukünftig auch für die Tarifstrukturen TARPSY und ST Reha relevant sein wird.

Ein Abwägen zwischen dem zusätzlichen administrativen Aufwand sowie der Abbildungsgenauigkeit ist dabei wichtig. Denn die Ärztinnen und Ärzte werden durch den steigenden Dokumentationsaufwand zunehmend belastet. Gemäss unserer Begleitstudie verbringen die Spitalärzte der Akutsomatik pro Tag durchschnittlich 112 Minuten mit Dokumentieren: Das sind 26 Minuten pro Tag mehr als im Jahr 2011. Zur Vereinfachung der Dokumentation komplexer medizinischer Leistungen dienen unsere aktualisierten und beispielsweise um die Psychiatrie ergänzten Dokumentationsmuster. Nützlich für die Spitalärzte waren zudem die aufgrund der grossen Nachfrage erneut angebotenen Seminare von FMH und H+Bildung zu Führung und Management.


7.4 Tarifpartnerschaftliche Lösungen statt behördlich festgelegte Tarife

Patrick Müller

Leiter Abteilung Ambulante Versorgung und Tarife

Das Jahr 2017 war zumindest tarifpolitisch gesehen ein schwieriges Jahr. Aufgrund des Scheiterns der TARMED-Revision im Jahr 2016 hat der Bundesrat nach 2014 einen zweiten und umfassenden Tarifeingriff in den TARMED vollzogen. Unsere Abteilung hat in der Vernehmlassungsphase von März bis Juni 2017 zahlreiche Ärzteorganisationen aktiv unterstützt, die Stellungnahme der FMH aufbereitet, Simulationstools zur Verfügung gestellt und Analysen durchgeführt. Im Oktober 2017 publizierte dann der Bundesrat die definitive und angepasste Verordnung. Innert kürzester Zeit konnte die Abteilung anschliessend den Mitgliedern zahlreiche Instrumente und Informationen zur Vorbereitung der Inkraftsetzung per 1. Januar 2018 zur Verfügung stellen.

Damit solche nicht sachgerechten Tarifeingriffe so rasch wie möglich der Geschichte angehören, liefen die Arbeiten im Projekt TARCO mit grossem Einsatz weiter. In 30 Arbeitsgruppen mit über 150 Personen, darunter viele Vertreterinnen und Vertreter von Fachgesellschaften, wurde im FMH-internen Projekt TARCO die an der Urabstimmung 2016 abgelehnte Tarifstruktur überarbeitet. Ende November 2017 verabschiedete das Steuerungsorgan Cockpit die überarbeitete Nomenklatur, worauf im Dezember die Verhandlungen mit den Tarifpartnern gestartet werden konnten.

In der Arbeitsgruppe WZW konnte gemeinsam mit santésuisse und curafutura die eingesetzte Screening-Methode ANOVA zur Detektion der potenziell auffälligen Leistungserbringer durch eine externe Validierungsstelle überprüft werden. Das Resultat daraus waren konkrete Weiterentwicklungsschritte, mit denen die Screening-Methode dahingehend verbessert werden kann, dass deutlich weniger Ärztinnen und Ärzte fälschlicherweise belastet werden.

Das BAG hat das Projekt transAL reaktiviert. In der ersten Phase wird die Nomenklatur und in der zweiten Phase die Tarifierung bearbeitet. Die FMH hat Einsitz in der Begleitgruppe. Der Vorstand der QUALAB hat aufgrund eines Rechtsgutachtens die Reorganisation der QUALAB beschlossen. Die Arbeiten dazu wurden gestartet und werden im Jahr 2018 weitergeführt.


7.5 Public Health – interprofessionell zum Ziel

Barbara Weil

Leiterin Abteilung Public Health

In der Abteilung Public Health war das Jahr 2017 geprägt von interdisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit. Das Ziel war, gemeinsam eine Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu erreichen, sie für wichtige Themen zu sensibilisieren und ihre Gesundheitskompetenz zu erhöhen. So wurden zu Themen wie Antibiotikaresistenzen oder «safer sex check» in enger Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften, dem BAG und weiteren Institutionen einfach verständliche Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten erarbeitet.

Seit 2017 führt die Abteilung Public Health das Sekretariat der Allianz Gesundheitskompetenz. Studien zeigen, dass in der Schweiz die Hälfte der Bevölkerung Schwierigkeiten bekundet, sich Informationen über das Gesundheitswesen zu beschaffen, sie zu verstehen, zu beurteilen und danach handeln zu können. Der Arzt bzw. die Ärztin hat hier eine wichtige Rolle inne.

Am Symposium «Gesundheitskompetenz ja, aber wie?» wurden im Dezember 2017 Materialien und Methoden aus der Praxis für die Praxis vorgestellt und diskutiert. Ärztinnen und Ärzte sollen in ihrer täglichen Arbeit unterstützt werden. Unter diesem Aspekt wurde beispielsweise im Bereich IV gemeinsam mit compasso ein neues, webbasiertes Arbeitsinstrument REP erarbeitet. Dieses soll die Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft, Arbeitgeber und IV und letzten Endes den Arbeitsplatzerhalt massgeblich unterstützen.

Die FMH-Kommission Public Health wurde auf alle drei Sprachregionen erweitert und hat ihre Arbeit als beratende Kommission des Zentralvorstands fortgesetzt. Der neu eingeführte Präventionsdelegiertentag dient dem regelmässigen Informationsaustausch über aktuelle Themen und Arbeiten auf nationaler Ebene und nimmt Anliegen der Basisorganisationen auf. Im Hinblick auf die künftigen Entwicklungen des Massnahmenpakets 2 der NCD-Strategie «Prävention in der Gesundheitsversorgung» wurde die Arbeit der «Taskforce Prävention in der Arztpraxis» 2017 intensiviert.

An der Fachtagung «Alternd, abhängig und trotzdem gut versorgt», die in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Sucht und zahlreichen Fachgesellschaften am 30. August 2017 erstmalig durchgeführt wurde, konnten unter anderem Möglichkeiten und Grenzen der bestehenden Sucht-, Alters- und Pflegestrukturen sowie zeitgemässe Modelle vorgestellt und Handlungsbedarf für die Zukunft aufgezeigt werden.

Last but not least ist und bleibt die Thematik Ärztegesundheit ein wichtiges Arbeitsfeld. An der Tagung «Gesunde Ärzte: vom Studium bis zur Pensionierung – wenn Ärzte Ärzte behandeln» wurden die Teilnehmenden über spezifische Aspekte der Behandlung von Kolleginnen und Kollegen sensibilisiert und informiert.